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wo frauen nichts wert sind

Klappentext


Wie gefährlich ist es, als Frau geboren zu werden? In Asien werden massenhaft weibliche Föten abgetrieben. Vergewaltigungen in Indien machen Schlagzeilen. Genitalverstümmelung in Afrika. Zwangsheiraten. Mädchen- und Frauenhandel … Maria von Welser ist in Länder gereist, in denen Frauen nichts wert sind – nach Indien, Afghanistan und in den Kongo –, und berichtet vom Leben der Frauen und Mädchen dort: Zeugnisse von unendlichem Leid, aber auch des Mutes. Denn: Zunehmend begehren die Frauen auf. Und Maria von Welser gibt ihnen eine Stimme.

Meine Meinung


Ehrlich gesagt hat mich dieses Buch ganz schön betroffen und nachdenklich gemacht. Was hier geschrieben steht geschieht tatsächlich heute, im 21. Jahrhundert. Es gibt Länder, in welchen Frauen weder was wert sind noch wo sie sicher sind. Abtreibungen, Vergewaltigungen, Unterordnungen und Genitalverstümmelungen sind nur ein Teil dieses schrecklichen Ausmaßes.

Maria von Welser hat in ihrem Buch „Wo Frauen nichts wert sind“ sich auf die Suche gemacht. Nach Frauen, die ohne Rechte und ohne Macht dem Terror ihres Landes ausgesetzt sind.

Die erste Reise führt nach Afghanistan. In diesem kriegsgebeutelten Land werden Frauen als Handelsware angesehen. Bedingungslos müssen sie ausführen, was der Mann und auch die Religion fordert. Oftmals schon mit unter 16 Jahren Zwangsverheiratet sind sie schutzlos ihrem Mann und dessen Familie ausgeliefert. Vergewaltigungen und Gewalt sind an der Tagesordnung. Und selbst die Steinigung als Strafe steht erneut zur Disskusion, ob diese wieder offiziell eingeführt wird.

Weiter geht es nach Indien. Nach Afghanistan ist Indien das zweitgefährlichste Land für Frauen auf der Welt. Mädchen werden oftmals abgetrieben, misshandelt, zwangsverheiratet, geschlagen und vergewaltigt. Die Massenvergewaltigung der jungen Studentin im Dezember 2012 war ja in allen Medien. Alle 3 Minuten wird in Indien ein Verbrechen an einer Frau begangen. Wer hier abends noch alleine unterwegs ist hat nichts zu lachen. Obwohl seit vielen Jahren die Mitgift verboten ist, sterben jedes Jahr Frauen aufgrund von Mitgiftstreitigkeiten.

Im dritten Teil nimmt uns Maria von Welser mit in den Kongo. Hier herrscht seit vielen Jahren Krieg. Ganze Dörfer werden ausgelöscht, Frauen auf bestialische Weise vergewaltigt und verschleppt. Die Frau ist in diesem Krieg das Druckmittel, sie sind die Waffen. Und alles nur wegen den begehrten Bodenschätzen. Nicht selten werden Frauen hier gefügig gemacht und als Soldatinen eingesetzt.

Im vierten Buch können wir teilhaben an einer uralten Tradition, welche bis heute auf der ganzen Welt ausgeführt wird. Die Rede ist hier von den Genitalverstümmelungen an Frauen, welche oftmals schon im Kindesalter durchgeführt wird. Es gibt fünf verschiedene Arten, die pharaonische Beschneidung ist davon die schlimmste. Unfassbar für mich ist auch, dass Frauen diese Tat an Frauen ausführen. Die Frauen haben ihr ganzes Leben lang Schmerzen. Beim Urinieren, während der monatlichen Regel, beim Geschlechtsverkehr und bei der Geburt. Häufig treten Komplikationen auf, die nicht selten zum Tod führen.

Zum Schluss berichtet die Autorin noch über die Massenvergewaltigungen in Bosnien. Auch hier mussten die Frauen unsagbares Leid über sich ergehen lassen und sind teilweise noch heute traumatisiert.

Zum Glück gibt es immer mehr Frauen, welche den Mut haben ihrem Schicksal eine Stimme zu geben. Nur so können langfristig Änderungen herbeigeführt werden. Aber eines ist mir klar, bis dahin ist es noch ein langer Weg. Und ich hoffe doch sehr, dass diese Frauen nicht müde werden zu kämpfen und wertvolle Unterstützung erhalten.

Das Buch ist sehr flüssig geschrieben. Obwohl es vollbepackt mit Informationen ist, hat es doch eher den Charakter eines Romans. Aufgelockert wird die ganze Lektüre durch einige Farbfotos, so dass ich mir vieles noch besser vorstellen konnte. Zwischendurch kommen immer mal wieder „starke Stimmen“ zu Wort und wir erhalten Einblick in eine kleine Lebensgeschichte.

Fazit


Dieses Buch sollte jeder von uns lesen. Denn Wissen ist Macht! Und je mehr Macht wir alle haben desto mehr können wir bewegen. Egal ob Mann oder Frau. Diese Lektüre macht nicht nur wütend sondern auch dankbar. Dankbar dafür, dass ich in einem zivilisierten und modernen Land leben darf.

5/5

Eckdaten


„Wo Frauen nichts wert sind“  // Heyne Verlag // Juni 2016// 320 Seiten // Taschenbuch // ISBN: 978-3-453-60391-2 // Preis: 9,99 €

Über die Autorin


Maria von Welser ist Fernsehjournalistin, Zeitungskommentatorin und erfolgreiche Buchautorin, die für ihre Arbeit vielfach ausgezeichnet wurde. Bekannt wurde sie 1988 als Redakteurin und Moderatorin des Frauenjournals ML – Mona Lisa, das sie fast zehn Jahre lang leitete und moderierte. 2001 ging sie als Leiterin des ZDF-Auslandsstudios nach London, von 2003 bis 2010 war sie Direktorin des NDR Landesfunkhauses Hamburg. Maria von Welser engagiert sich im Hochschulrat der Universität Hamburg und bei UNICEF Deutschland, deren stellvertretende Vorsitzende sie seit 2008 ist.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Heyne Verlag