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unsichtbare wunden

Klappentext


Anna ist hübsch, klug und fröhlich. Zu ihrem 13. Geburtstag bekommt sie von ihrem Vater ein Tagebuch geschenkt: „Für deine Geheimnisse“, sagt er. Doch Anna hat keine – bis sich ihre beste Freundin von ihr abwendet und in der Schule eine verhängnisvolle Mobbingspirale einsetzt.
Realistisch, psychologisch klug und bewegend stellt Astrid Frank Mobbing als gruppendynamischen Prozess mit seinen dramatischen Folgen dar.

Meine Meinung


Am Anfang des Buches lernen wir Anna kennen. Ein fröhliches und aufgewecktes Mädchen, obendrein noch klug und hübsch. Mit ihrer besten Freundin Manu geht sie durch dick und dünn, beide gibt es eigentlich nur im Doppelpack. Dies ändert sich jedoch schlagartig, als die Neue in die Klasse kommt. Nina mischt die Klasse ordentlich auf und nichts ist mehr wie es war. Selbst Manu wendet sich von Anna ab und lässt sich auf Ninas Spielchen ein. Es dauert nicht lange und Anna steht ganz alleine da, wird jeden Tag gemobbt und will eigentlich nur noch sterben.

Ich muss ehrlich sagen, dass mich dieses Buch sehr beschäftigt hat. Nicht nur während des Lesens sondern noch eine lange Zeit danach. In „Unsichtbare Wunden“ wird dem Leser so offen und schonungslos geschildert, wie Mobbing funktioniert. Was es mit den Opfern macht, wie selbst Erwachsene oftmals hilflos dem gegenüberstehen oder im schlimmsten Fall sogar noch mitmachen. Anfangs sind es noch die kleinen Sticheleien und man denkt, das wird bestimmt wieder. Doch es wird leider nicht mehr, man wird auf brutale Art und Weise belogen, beleidigt und sogar bedroht. Wie gerne würde sich hier Anna Gehört verschaffen, doch es wird nicht ernst genommen und als Lapalie abgetan. Wenn die anderen sich erst einmal für jemanden als Opfer entschieden haben, dann kommt man nicht mehr raus. Zumindest nicht ohne Hilfe.

Das schlimme an der ganzen Geschichte ist, dass es jeden Tag hundertfach in den Schulen stattfindet. So viele verletzte, kleine Seelen die irgendwie zurecht kommen müssen. Mobbing hat viele Gesichter und ich wünsche mir wirklich, dass noch härter durchgegriffen wird. Dass Eltern sich Zeit nehmen für ihre Kinder und zuhören, dass Lehrer Situationen objektiver beurteilen und von ihrem Schubladendenken abrücken, dass es Freunde mit Rückgrad gibt und zu einem stehen, auch das wünsche ich mir.

Astrid Frank hat einen sehr realitätsnahen Schreibstil. Mit ihrer offenen und authentischen Art zieht sie den Leser direkt in die Geschichte. Absolut grandios gemacht. Auch der Wechsel zwischen den Perspektiven macht dieses Buch unheimlich fesselnd. Ich habe mit Anna so mitgelitten und ihr einfach nur gewünscht, dass dieser Alptraum endlich aufhört. Er hat auch aufgehört, aber nicht so wie ich es mir gewünscht habe.

Fazit


Meiner Meinung nach sollte dieses Buch zur Pflichtlektüre werden in den 7. Klassen. Vielleicht gäbe es hierdurch ein paar Mobbingfälle weniger. Zumindest werden die Gefühle des Opfers, der Familie und auch der Freunde sehr gut dargestellt und so mancher „Täter“ könnte die Tragweite seines Handelns vielleicht überdenken. Vielleicht wird auch ein neues Bewusstsein erschaffen, dass nicht jeder Witz und jede Hänselei nur Kleinigkeiten sind.

5/5

Eckdaten


„Unsichtbare Wunden“ von Astrid Frank// Urachhaus Verlag // Februar 2016// 288 Seiten // Hardcover // ISBN: 978-3-8251-7966-3 // Preis: 15,90 €

Über die Autorin


Astrid Frank geboren 1966, studierte Biologie, Germanistik und Pädagogik und arbeitete bereits während des Studiums als Lektorin und Übersetzerin für mehrere deutsche Verlage

Seit 1999 schreibt sie Geschichten für Kinder und Jugendliche.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Urachhaus Verlag