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türkei vegetarisch

Klappentext


Die traditionelle türkische Küche kennt eine Vielzahl köstlicher vegetarischer Speisen, angefangen von Suppen und klassischen Meze über Gerichte in Olivenöl, Dolma und Sarma bis hin zu Teigwaren und Pilaw sowie Süßspeisen. Orhan und Orkide Tancgil haben diesen außerhalb der Türkei kaum bekannten Rezeptschatz systematisch erforscht und die besten 150 Rezepte zusammengestellt.

So warten Joghurtsuppe, Bulgur-Pilaw mit Maronen, Linsenküchlein, Bohnen-Püree, gefüllte Weinblätter mit Sauerkirschen, Lauch-Börek aus der Pfanne, Mandelreis im Auberginenmantel, Baklava, Grießkuche“n und vieles mehr darauf, entdeckt zu werden. Wie schon bei den Vorgängerbänden zu Österreich, Deutschland und Italien sind die Gerichte in fünf Jahreszeiten gegliedert, leicht nachzukochen und für jeden Tag geeignet.

Dieses Buch bietet zahlreiche familientaugliche Köstlichkeiten, leckere Häppchen für zwischendurch, kreative Salate, feine Aufstriche und köstliche Dips ebenso wie raffinierte Hauptakteure für einen kulinarischen Abend mit Gästen.

Meine Meinung


Katharina Seiser, die Herausgeberin des Buches „Türkei vegetarisch“ setzt hier ihre vegetarische kulinarische Reise durch die Länder fort. Neben Österreich, Deutschland und Italien ist nun die Türkei an der Reihe, um allen diese köstliche Küche an den heimischen Herden näher zu bringen.

Wenn ich an die türkische Küche denke, dann erinnere ich mich an herrlich duftendes Fladenbrot, an gefüllte Weinblätter, an Bulgur und Knoblauch. Stets frisch zubereitet mit frischem Gemüse und Obst vom Markt. Die Tische reich gedeckt, da hier Gastfreundschaft unheimlich groß geschrieben wird. Kein Wunder also, dass mich dieses Buch sofort angesprochen hat.

Das Cover ist mit den vielen Früchten, den vielfältigen Gewürzen, Nüssen und Samen absolut passend gestaltet und die Halbleinenbindung mit dem kräftigen Papier der Seiten unterstreicht die hochwertige Qualität des Brandstätter Verlags. Es sind sogar drei Lesebändchen vorhanden! Sehr praktisch wenn man sich mal ein Menü mit Vorspeise, Hauptspeise und Dessert kochen möchte.

Bekannt aus dem Blog „Koch dich türkisch“ haben sich hier Orkide & Orhan Tancgil mal wieder die Mühe gemacht, traditionelle Familienrezepte aufzuarbeiten, auszuprobieren und aufzuschreiben. Denn viele Rezepte werden in der Türkei nur mündlich oder durch Zeigen an die Töchter weitergeben, ohne etwas aufzuschreiben oder gar Mengen- und Zeitangaben zu nennen. Es ist somit ein auch ein Werk gegen das Vergessen!

Aufgeteilt ist dieses ansprechende Kochbuch in fünf Jahreszeiten, wobei die fünfte Jahreszeit die „Jederzeit“ ist. Die Rezepte sind relativ einfach gehalten und für jedermann verständlich. Alle Rezepte sind mit der türkischen Bezeichnung versehen, was ich sehr praktisch finde. Das eine oder andere hat man schon einmal gehört und kann sich dann an diesen Namen halten. Sehr gelungen sind auch die kurzen Erläuterungen unter den Überschriften, hier haben die Autoren auch den einen oder anderen Tipp parat. Die Rezepte sind üblicherweise für 4 Personen ausgelegt, andernfalls steht es bei der Zutatenliste dabei.

Nachgekocht habe ich das Fladenbrot/Pide (Ramazan pidesi) und die Suppe der Braut Ezo (Ezogelin corbasi).

suppe der braut und fladenbrot

Hier begegnen sich die besten Zutaten, die es in einer Suppe nur geben kann. Auch wenn die Geschichte, die dieser Suppe ihren Namen gegeben haben soll, sehr traurig ist – die für ihre Kochkünste bekannte Ezo wird gegen ihren Willen verheiratat – freuen wir uns immer auf diese Suppe.

fladenbrot

Das in deutschsprachigen Ländern als „Pide“ bekannte Brot wird in der Türkei traditionell nur während des Ramadan gegessen, als eine der typischen Festtagsspeisen für das gemeinsame Essen nach Sonnenuntergang.

Ich habe mir jetzt extra mal etwas rausgesucht, welches ich noch nie gekocht hatte und wo ich der Meinung war, dass auch der Rest der Familie zufrieden sein wird. Beides ist absolut toll gelungen, geschmacklich genau nach meinen Vorstellungen, somit ein Volltreffer in allen Richtungen.

Erwähnen möchte ich auch noch, dass die frischen Zutaten und hochwertigen Gewürze ein absolutes Muss in der türkischen Küche sind, worauf auch das Autorenpaar in der Einleitung hinweist. Aber es sollte generell in jeder Küche so sein, dass Qualität oberste Prioriät hat! Alles kann auf dem Markt, beim türkischen Händler um die Ecke oder im Supermarkt beschafft werden. Also keine schweißtreibende Suche nach exotischen Zutaten.

Fazit


Für alle, die ihren kulinarischen Horizont erweitern möchten, ist auch dieses Kochbuch eine absolute Bereicherung. Denn eines ist für mich klar: Essen verbindet, in der Familie, unter Freunden, bei Festlichkeiten. Und wer denkt, das die Türkische Küche nur aus Döner und Yufka besteht, wird hier eines besseren belehrt. Es ist keine neumodische Kochkunst, sondern althergebrachte, überlieferte Rezepte, welche es zu entdecken gilt. Und hier sind wir uns garantiert einig: Keine kochte besser als unsere Großmutter.

5/5

Eckdaten


„Türkei vegetarisch“ von Orkide und Orhan Tancgil// Brandstätter Verlag // August 2015 // 272 Seiten // Hardcover // ISBN: 978-3-85033-915-5// Preis: 34,90€

Über die Autoren


Orhan Tançgil, Kochbuchautor und TV-Koch, ist Experte für die türkische Küche.
Und diese ist, so Tançgil, eine wahre kulinarische Schatzkiste. Auf seinem
Foodblog „KochDichTürkisch“ erklärt er seit Anfang 2007, wie man typisch türkisch
kocht.

Orkide Tançgil lebt seit vielen Jahren gemeinsam mit ihrem Mann das Herzens-Projekt „KochDichTürkisch“. Dafür recherchiert sie liebend gern in alten
Rezeptsammlungen ihrer Familie. Für ein schmackhaftes Essen, sagt sie, braucht man nicht viel: frische Zutaten, etwas Inspiration und viel Leidenschaft.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte Cover: Brandstätter Verlag