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Klappentext


Alles begann, wie es manchmal eben so ist, mit einem toten Mann. Er war ein Nachbar – niemand, den Abby gut kannte, dennoch: Einen Verstorbenen zu finden, wenn man sich nur gerade eine Dose Tomaten fürs Abendessen ausleihen möchte, ist doch ein bisschen schockierend. Oder sollte es jedenfalls sein. Zu ihrem eigenen Erstaunen ist Abby von dem Ereignis zunächst seltsam ungerührt, aber nach diesem Mittwochabend gerät das fragile Gleichgewicht ihres Lebens immer mehr ins Wanken, und Abby scheint nichts dagegen unternehmen zu können …

Meine Meinung


Eigentlich wollte Abby mit ihrem Freund Beck sich ein leckeres Abendessen kochen. Da sie leider keine Tomaten zuhause hatte ging Abby zu ihrem Nachbarn Simon, um sich dort welche zu leihen. Sie findet Simon tot in seinem Wohnzimmer. Das ist zwar schockierend, dennoch raucht Abby erst einmal in Simons Wohnung eine Zigarette bevor sie die Polizei benachrichtigt. Komischerweise lässt Abby dieses Erlebnis oberflächlich erst einmal kalt. Sie geht weiter ihrem Beruf als freie Journalistin nach und schreibt sogar über dieses Erlebnis eine Geschichte für eine Zeitung. Jedoch gerät ihre Welt immer mehr aus den Fugen. Selbst ihre Therapeutin kann ihr nicht weiterhelfen.

„Libellen im Kopf“ ist eine Geschichte über eine Frau, welche an einer bipolaren Störung leidet. Wir werden mitgenommen in die Welt von Abby und Gavin Extence lässt uns auf sehr eindrucksvolle Weise an den Höhen und Tiefen der Protagonistin teilhaben. Ich habe mich als Leser sehr über die Hochphasen von Abby gefreut, ihre Kreativität und die gute Laune haben mich regelrecht angesteckt. Aber ich habe genauso mitgelitten, wenn Abby wieder einmal in ein tiefes Loch gefallen ist. Dieses nicht helfen können, obwohl man es hat kommen sehen. Und ehe man sich versieht, steckt Abby auch schon wieder in tiefen Depressionen.

Ich bin nicht länger Abby, ich bin Alice, die in das Kaninchenloch purzelt und nicht mehr weiß, wo oben und unten ist oder rechts und links.

Hilflos steht auch oft ihr Freund Beck da. Wenn er die Anzeichen bemerkt, dann ist es meist schon zu spät. Abby macht dicht und lässt auch keinen mehr an sich heran. Dies ist wohl auch die große Problematik bei einer psychischen Erkrankung. Als Aussenstehender kann man die Krankheit oft nicht begreifen und erkennt auch den Zeitpunkt nicht, wann man reagieren müsste.

Die ganze Geschichte ist sehr authentisch geschrieben. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, dass der Autor selbst an einer bipolaren Störung leidet. Am Ende des Buches lässt er den Leser an seiner Geschichte teilhaben – ein sehr mutiger Schritt. Dieses Buch gibt uns einen kleinen Einblick in eine psychische Erkrankung und regt definitiv zum Nachdenken an.

Fazit


Schon mit „Das unerhörte Leben des Alex Woods“ hat sich Gavin Extence in die Herzen von Lesern und Kritikern gleichermaßen geschrieben. Ich bin mir sicher, dass schafft er auch mit diesem Buch. Der Autor ist selbst ein Betroffener und wer könnte besser über so ein Thema schreiben als jemand, welcher damit Erfahrung hat? Mich fasziniert an Gavin Extence auch, dass er sich mit Protagonisten beschäftigt, welche eher Randfiguren auf dem großen Spielfeld des Lebens darstellen. Ein tolles Buch welches sich trotz der schweren Thematik leicht weglesen lässt.

5/5

Eckdaten


„Libellen im Kopf“ von Gavin Extence // Limes Verlag // November 2016 // 352 Seiten // Hardcover // ISBN: 978-3809026341 // Preis: 19,99 €

Über den Autor


Gavin Extence, geboren 1982, lebt mit seiner Frau, seinen Kindern und einer Katze in Sheffield. Mit seinem Debütroman »Das unerhörte Leben des Alex Woods« schrieb er sich in die Herzen von Lesern und Kritikern gleichermaßen. Der Roman wurde in Großbritannien mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, eroberte auch in Deutschland die Bestsellerliste und gehört zu den meistempfohlenen Büchern 2014. »Libellen im Kopf« ist der zweite Roman von Gavin Extence.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Limes Verlag