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geister

Klappentext


Ein Anruf der Anwaltskanzlei Rogers & Rogers verändert schlagartig das Leben des Literaturprofessors Samuel Anderson . Er, der als Kind von seiner Mutter verlassen wurde, soll nun für sie bürgen: Nach ihrem tätlichen Angriff auf einen republikanischen Präsidentschaftskandidaten verlangt man von ihm, die Integrität einer Frau zu bezeugen, die er seit mehr als zwanzig Jahren nicht gesehen hat. Ein Gedanke, der ihm zunächst völlig abwegig erscheint. Doch Samuel will auch endlich begreifen, was damals wirklich geschehen ist. – Ein allumfassender, mitreißender Roman über Liebe, Unabhängigkeit, Verrat und die lebenslange Hoffnung auf Erlösung, ein Familienroman und zugleich eine pointierte Gesellschaftsgeschichte von den Chicagoer Aufständen 1968 bis zu Occupy Wall Street.

Meine Meinung


Samuel Anderson, ein Literaturprofessor, ist vor über 20 Jahren von seiner Mutter verlassen worden. Bis heute stellt er sich die Frage nach dem Wieso und Warum und gibt sich selbst oft die Schuld daran. Doch dann erhält er einen Anruf einer Anwaltskanzlei und dieser Anfruf wird sein Leben schlagartig verändern. Er soll für seine Mutter bürgen, welche einen Angriff auf einen Präsidentschaftskanditaten ausgeübt haben soll. Und dann geht sie los, die Suche nach der Wahrheit und das Finden von Antworten.

Nathan Hill hat mit „Geister“ einen Klasse Debütroman niedergeschrieben. Obwohl die Geschichte fast 900 Seiten stark ist, lohnt es sich sie zu lesen. Der Schreibstil ist flüssig, nur manchmal ein wenig ausschweifend. Hier hätte ich mir manchmal eine weniger detailgetreue Formulierung gewünscht.

Der Roman spielt in verschiedenen Zeitepochen und geht zurück bis ins Jahr 1968 zu den Studentenaufständen in Chicago und endet im Jahr 2011. Ein Familienroman, welcher mit vielen Verwicklungen und überraschenden Wendungen punkten kann. Als Leser ist man immer wieder überrascht, was sich Nathan Hill hat einfallen lassen und wie geschmeidig sich die gesponnenen Fäden am Ende zusammenführen lassen.

Die dargestellten Charaktere sind allesamt glaubwürdig und einzigartig und ich habe ihnen jede Handlung abgenommen. Egal ob das eine Studentin war, welche sich mit Lug und Trug durch ihr Studium geschlichen hat, oder ein Freak, welcher sich nur mit Games den ganzen Tag über Wasser gehalten hat oder ein Polizist, der von der Liebe eine ganz andere Vorstellung hatte. Nun und natürlich auch Samuel und seine Mutter. Doch so unterschiedlich die Protagonisten auch sind, eines haben sie gemeinsam. Sie alle müssten eine Entscheidung in ihrem Leben treffen und die kann richtig oder falsch sein. Zu welchen Umständen die falschen Entscheidungen führen können,  zeigt uns Hill hier ganz deutlich und berührt damit auch den Leser auf einer Ebene, welche zum Nachdenken anregt.

Fazit


Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Die ausdrucksstarken Worte und die unterschiedlichen Charaktere in verschiedenen Zeiten halten das Level ganz weit oben. Lediglich die Langatmigkeit mancher Passagen hätte ich mir kürzer gewünscht. Ein lesenswertes Buch über Familie, Liebe, Hoffnung und Verrat welches sich definitiv zu lesen lohnt.

4/5

Eckdaten


„Geister“ von Nathan Hill // Piper Verlag // Oktober 2016 // 364 Seiten // Hardcover // ISBN: 978-3-492-05737-0 //Preis: 25,00 €

Über den Autor


Nathan Hill ist 38 und lebt in Chicago und St. Paul, Minnesota, wo er an der University of St Thomas Englische Literatur unterrichtet. Seine Erzählungen erschienen in zahlreichen Magazinen und Zeitungen, sie waren nominiert für den Pushcart und den Barthelme Preis. »Geister« ist sein erster Roman und wird derzeit in über zwanzig Sprachen übersetzt.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Piper Verlag