Tags

, , , , , ,

federspiel

Klappentext


Als in Berlin die Fernsehmoderatorin Sarah Wagner spurlos verschwindet, nimmt eine junge Journalistin die Jagd nach dem unbekannten Entführer auf: Christine Lenéve. Eine Frau, die unbeirrbar ihrem Instinkt folgt. Die Spur führt sie zurück in die Vergangenheit – zu Ikarus, dem gefährlichsten Serienmörder der DDR. Stets hinterließ er eine Feder am Tatort und schickte die Asche seiner Opfer an deren Eltern. Hat der Psychopath wieder zugeschlagen? Bei ihren Nachforschungen gerät Christine in ein doppelbödiges Spiel, bei dem sie ihr Leben riskiert.

Meine Meinung


Nachdem ich dieses Buch in nur drei Tagen verschlugen habe, kann ich es kaum glauben, dass „Federspiel“ das Thrillerdebüt von Ménard ist. Es war so unglaublich spannend, von der ersten bis zur letzten Seite. Da mache ich auch gerne mal die Nacht zum Tag.

Sarah Wagner, eine Fernsehmoderation, ist plötzlich spurlos verschwunden. Damit die Geschichte nicht so schnell in den Medien erscheint, engagiert ihr Chef die Journalistin Christine Lenéve, um Sarah zu finden. Der Jagdinstinkt von Christine ist augenblicklich geweckt, so dass sie mit ihrem Kollegen Albert Heinrich, die Spur aufnimmt. Es liegt nahe, dass Sarah von einem Psychopathen entführt wurde. Ikarus, so der interne Name des Mörders, hat schon vor 20 Jahren gewütet und hinterlässt immer eine weiße Feder am Tatort. Er arbeitet schnell, präzise und spurenlos. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt.

Die Idee, dass eine Journalistin anstelle der üblichen Komissare ermittelt, fand ich absolut toll. Das ist mal etwas ganz neues und bringt frischen Wind in so manch verstaubtes Ermittlerduo. Der Autor hat es brillant verstanden und umgesetzt, den Leser bei Laune zu halten und den Spannungsbogen von Anfang an ganz oben zu halten. Die verschiedenen Perspektiven tragen ebenso dazu bei, keine Langeweile aufkommen zu lassen. Das überraschende Ende hat noch viele Wendungen bereit gehalten, so dass ich auch hier wieder einmal nicht den wahren Mörder erraten konnte.

Die Charaktere haben mir allesamt sehr gut gefallen. Wir lernen Sarah Wagner kennen, eine auf den ersten Blick oberflächliche Fernsehmoderation. Im Laufe der Geschichte lernen wir jedoch ihre Vergangenheit kennen und spätestens da versteht man, warum sie sich eine „Maske“ aufgesetzt hat.

Christine Lenéve hat mir sofort gut gefallen. Eine nervige und eigensinnige Person, mit ihren ganz vielen Macken. Sie arbeitet am liebsten im Alleingang, schreckt vor nichts zurück und zieht ihr Ding durch. Auch sie hat mit dunklen Schatten aus ihrer Vergangenheit zu kämpfen.

Sarah riss an den Ledergurten. Sie spürte, wie sich ihre Halsmuskeln verkrampften, und sie hörte ihren eigenen Schrei.

Albert Heinrich ist eher der ruhige und besonnene Journalist, welcher am Anfang eher unauffällig recherchiert. Vor ein paar Jahren war er schon einmal der Partner von Christine, was die aktuelle Ermittlungsarbeit nicht unbedingt positiv beeinflusst.

Auch alle anderen Charaktere sind wunderbar beschrieben und ich konnte mich in jeden einzelnen sehr gut hineinversetzen. Selbst in den Mörder.

Erwähnen möchte ich auch noch das Cover, welches mir sehr gut gefällt. Die Schrift ist leicht erhaben und auch die Ränder sind in silber gehalten. Schwarz, silber und rot, mehr braucht es nicht.

Mein Fazit


Ein hochkarätiges Thrillerdebüt, welches schon auf den ersten Seiten Gänsehaut erzeugt. Ein absoluter Pageturner und ich hoffe sehr, dass es eine Fortsetzung mit Christine als Ermittlerin gibt. Die Geschichte ist detaillreich aber nicht so überladen, dass man nur noch rot sieht. Meine absolute Leseempfehlung für kalte Herbst- und Winterabende.

5 von 5 buechern

Eckdaten


„Federspiel“ von Oliver Ménard // Knaur Verlag // Erschienen September 2015 // 384 Seiten // Einzelband // Taschenbuch // ISBN: 978-3-426-51656-0// Preis: 9,99€

Zum Autor


Oliver Ménard wurde 1965 in Berlin geboren. Er studierte Regie und Dokumentarfilm in Madrid und New York, danach folgte ein Hochschulstudium der Germanistik und Publizistik in Deutschland. Er arbeitet seit über zwanzig Jahren als Fernsehjournalist und lebt heute in Berlin.
Mehr zum Autor unter www.olivermenard.de

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Knaur Verlag