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drei liter tod

Klappentext


„Herr Friedrich kann seine letzte Reise antreten. Auf einer Schiene fährt der Sarg in die Brenngutkammer, die auf 900 Grad Celsius vorgeheizt ist. Durch die hohe Temperatur entzündet sich der Vollholzsarg von allein. Deshalb ist es unerlässlich, mit einem Holzsarg einzuäschern.
Nach der Verbrennung bleiben etwa drei Liter Asche übrig. Ein kleiner schwarzer Topf voll weißen Pulvers. Nach neuesten Plänen aus der Bestattungskultur soll eine Urne schon bald im Keller oder in der Besenkammer aufbewahrt werden können. Aber wollen wir wirklich so mit unseren Toten umgehen?“

Meine Meinung


Der Tod spielt in unserer heutigen Gesellschaft keine Rolle mehr. Der Tod ist nicht mehr im Leben integriert und am liebsten will man gar nichts davon hören. Dieser Gedanke ist aber nicht richtig, wie auch Juliane Uhl in ihrem Buch „Drei Liter Tod“ zum Nachdenken anregt. Jeder sollte sich schon zu Lebzeiten darüber Gedanken machen, wie nach dem Tod weiter verfahren wird. Das macht es auch für die Hinterbliebenen einfacher.

Juliane Uhl arbeitet selbst in einem Krematorium und macht sich dennoch auf die Reise. Sie macht Praktikas in einem Hospitz, bei einem Gerichtsmediziner, einem Bestatter und auch an der Uni. Nur so konnte sie alle Bereiche des Todes vereinen und auch mit vielen Vorurteilen aufräumen. Für mich eine sehr mutige Frau!

Dieses Buch zeigt auch auf, welche Möglichkeiten man nach dem Tod hat. Will ich anonym auf einer großen, grünen Wiese beigesetzt werden? Oder doch lieber klassisch auf dem Friedhof? Ist die Feuerbestattung für mich das Richtige? Es werden viele Facetten angesprochen und auch der Sterbeprozess an sich wird beschrieben. Auch geschichtliche Hintergründe werden erläutert, ebenso wie heutige Rituale auf der ganzen Welt. Aber eines bleibt bestehen: Der respektvolle Umgang mit einem verstorbenen Menschen.

Der Schreibstil ist klasse und das Buch ist in einem Rutsch gelesen. Es gibt auch ein paar witzige und kuriose Geschichten, welche dieses ernste Thema sehr auflockern.

Mein Fazit


Dieses Buch sollte in keinem Haushalt fehlen. Man erhält sehr viele wichtige Informationen zum Thema Tod und es kann auch als kleines Nachschlagewerk dienen. Es ermuntert zum LEBEN und auch dazu, sich zu seiner Lebenszeit schon Gedanken zum Tod zu machen. Denn eines ist sicher: Der Tod kommt, ob wir wollen oder nicht. Und dann ist es hilfreich für die Angehörigen, wenn sie Bescheid wissen, was zu tun ist.

5 von 5 buechernHier könnt ihr einen Blick ins Buch werfen:

 

Eckdaten


„Drei Liter Tod“ von Juliane Uhl // Kösel Verlag // Erschienen August 2015 // 224 Seiten // Einzelband // Taschenbuch // ISBN: 978-3-466-37131-0// Preis: 17,99€

Über den Autor


Juliane Uhl ist 34 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. Die Soziologin lebt in Halle an der Saale und arbeitet in einem Krematorium. Für die Mitteldeutsche Zeitung schreibt Juliane Uhl „Die letzte Kolumne, eine Auseinandersetzung mit den Fragen, die man zum Tod haben kann“.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Kösel Verlag