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die wildkräuter werkstatt

Klappentext


Ungenutzte Naturressourcen erschließen und Wildpflanzen zu genussreichen Gerichten zu verarbeiten, ist das Anliegen von Peter Becker. Insbesondere die pflanzlichen Neubürger, die ungeliebten und oft bekämpften sogenannten Neophyten, hat der gelernte Koch, Gesundheitsberater für Ernährung und Wildkräuterdozent dabei in die Küche geholt. Köstliche Rezepte, einfach nachzukochen, sind entstanden, ergänzen den Speiseplan und dienen dabei gleichzeitig dem Naturschutz mit Messer und Gabel. Denn wer in der heimischen Natur sammelt und erntet, wirkt dem weiteren Ausbreiten dieser Pflanzen entgegen. Zehn invasive Pflanzen werden ausführlich in Bildern und Text zur eindeutigen Wiedererkennung in der Natur vorgestellt, dazu die passenden Rezepte sowie Anleitungen für Naturkosmetik. Co-Autorin Claudia Wilhelmi bereichert das Buch um einfach nachzumachende Seifen, Cremes oder Tinkturen zur eigenen Anwendung oder zum Verschenken – in jedem Fall für einen naturnahen Rundumgenuss!

Meine Meinung


Ich weiß, viele ärgern sich über den Japanischen Knöterich, das Indische Springkraut oder gar den Löwenzahn, welcher seine Samen mit dem Wind in alle Richtungen verteilt. Aber vielleicht sollte man aufhören sich zu ärgern und lieber so manche Gerichte damit verfeinern.

Peter Becker macht uns mit seinem Buch „Die Wildkräuter-Werkstatt“ Lust darauf, sich mit den ungeliebten Neophyten näher zu beschäftigen und diese sinnvoll zu verwerten, anstatt sie unliebsam zu vernichten.

Vorgestellt werden : Löwenzahn, Eichel, Franzosenkraut, Gemeine Mahonie, Giersch, Indische Scheinerdbeere, Indisches Springkraut, Japanischer Knöterich, Kanadische Goldrute und Kermesbeere.

lavendel auf blättern

Jede Pflanze wird ausführlich in Wort und Bild vorgestellt. Auch die Besonderheiten werden hervorgehoben, ihre Verwendung, die Sammelzeit und Wirkung. So können auch Laien sicher die vorgestellte Wildpflanze bestimmen und sie in der Küche einsetzen. Es folgen eine Vielzahl von Rezepten und auch die Naturkosmetik kommt nicht zu kurz. Die Rezepte sind meist für 4 Personen berechnet und Zutaten und Anleitung sind übersichtlich gegliedert und verständig geschrieben. Viele Step-by-Step-Fotos machen das Nachkochen leicht. Die Bilder sind angsprechend fotografiert und es gibt zu jeder Rezeptidee ein Foto, was ich sehr gerne mag.

Die Rezepte sind von einfach bis raffiniert und ich freue mich schon darauf, diese zu kochen. Wobei es mir nicht einfach fällt zu entscheiden, ob ich mit „Traumtaschen mit Löwenzahnblüten-Füllung“, „Gierschmus-Creme in Schottischen Eiern“, „Sorbet von Scheinerdbeere und Mohnblüte“ oder einem leuchtend pinkenen „Springkrautblüten-Gelee“ anfangen soll. Ich denke, diese Entscheidung wird mir von den Jahreszeiten abgenommen.

Fazit


Neophyten sind nun mal da und haben sich ihren Platz in unserer heimischen Flora erobert. Anstatt sich darüber zu ärgern, sollten wir lieber eine Symbiose mit ihnen eingehen. Dank Peter Becker können wir mit ihnen unsere Küche bereichern und so manches pfiffige Gericht zubereiten. Rezeptideen gibt es davon jedenfalls genügend in diesem Buch. Auch die DIY im Kosmetikbereich sollten unbedingt ausprobiert werden, schließlich kann man nicht wissen, ob vielleicht die „Knöterich-Seife“ nicht unsere neue Lieblingsseife wird.

5/5

Eckdaten


„Die Wildkräuter-Werkstatt“ von Peter Becker und Claudia Wilhelmi // Blooms Verlag // Februar 2017 // 160 Seiten // Taschenbuch // ISBN: 978-3-945429-66-2 //Preis: 19,90 €

Über die Autoren


Peter Becker (1966) ist Wildkräuterdozent, Gesundheitsberater für Ernährung und gelernter Koch. Er entdeckte für sich jenseits von Gastronomie und Gemein-
schaftsverpflegung den Genusswert von Wildpflanzen und machte sich ab 2000 mit seinem Ernährungskonzept NewTritionInk selbstständig. Er erforscht neue Speisegewächse und sammelt Erfahrungen mit Neophyten. Seit 2006 betreibt er die Knöterich Manufaktur und leitet seit 2010 die Wildkräuter Werkstatt am Campus
Klarenthal/Wiesbaden. Er veröffentlichte bisher acht Bücher über essbare Wildpflanzen im Eigenverlag, sowie ein Knollenbuch im Kosmos Verlag.
Claudia Wilhelmi (1964) entdeckte auf einer Amerikareise die große Welt der Seifenherstellung. 2006 machte die gelernte Einzelhandelskauffrau sich mit eigener
Seifenmanufaktur in Wiesbaden selbstständig. Ihr Schwerpunkt liegt auf Naturseifen und -kosmetik. An Peter Becker schätzt sie die Inspiration, die ihr zunehmend neue Möglichkeiten für Wellnessprodukte aus der heimischen Natur eröffnet.
Eure Sarah von Bloggerhochzwei
Bildrechte: Bloom’s Verlag