Tags

, , , , , ,

die eisbärin

Klappentext


„Wie gelähmt starrte sie auf die Zimmertür. Sie würde das Böse nicht aufhalten können.“
Was tust du, wenn die Vergangenheit dich einholt und dein einstiger Peiniger plötzlich vor dir steht? Für Sabine wird dieser Albtraum Realität. Doch als sie auf brutale Weise mit den Dämonen ihrer Kindheit konfrontiert wird, weiß sie: Sie will kein Opfer mehr sein. Aber vor allem will sie ihre kleine Tochter beschützen. Und so fasst sei einen Entschluss: Sie wird das Monster töten. Doch auch ihr Peiniger hat sie erkannt, und er will sein einstiges Opfer erneut beherrschen.

Meine Meinung


Sabine hat schon früh ihre Eltern verloren. Das Erbe reichte, um sie auf ein renommiertes Internat zu schicken. Dort wird sie im zarten Alter von 11 Jahren von ihrem Geschichts- und Erdkundelehrer mehrfach missbraucht.
Heute lebt Sabine mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter Laura in einem schönen Haus, gibt Klavierstunden und kann ein geregeltes Leben führen. Die dicken Schutzmauern in ihrem Inneren geben ihr Halt und lassen die Vergangenheit nicht durchsickern. Bis zu dem Tag, als sie beim Einkaufen ihren ehemaligen Peiniger sieht. Für Sabine bricht eine Welt zusammen, die schützenden Mauern reisen ein und die alptraumhaften Erlebnisse aus ihrer Kindheit drücken an die Oberfläche. Als ihre Tochter Laura mit ihrer Freundin auf dem Spielplatz von einem Exhibitionisten überrascht werden, kommen die Dämonen endgültig zurück. Sabine schwört Rache und beginnt mit einer „Säuberungsaktion“ um ihrer Tochter ein sorgenfreies Leben zu bieten.

Schon das Cover von „Die Eisbärin“ enthüllt deutlich, dass es sich bei diesem Thriller um Kindesmissbrauch handelt. Keine einfach Kost, denn dieses Thema begegnet uns auch im Alltag ständig wieder. Dennoch hat mich dieses Buch ab der ersten Seite gepackt und ich konnte es nicht mehr aus der Hand legen.

Sie sah, wie das widerwärtige Lächeln erneut seine Mundwinkel umspielte, als er sich an dem Reißverschluss seiner Hose zu schaffen machte.

Die Charaktere sind alle sehr authentisch beschrieben. Vor allem Sabine ist mir sehr ans Herz gewachsen und ich konnte alle ihre Schritte nachvollziehen. Die Gefühle dieser Frau sind sofort auf mich übergesprungen, egal ob diese aus ihrer Kindheit oder im Erwachsenenalter waren. Wie eine „Eisbärin“ wollte sie ihre Tochter Laura schützen und riskiert dabei Kopf und Kragen.

Auch das Ermittlerteam Klein und Bergmann haben ganze Arbeit geleistet. Sehr eindrucksvoll wurden auch die Hochs und Tiefs einer Ermittlung dem Leser greifbar gemacht. Die Zwickmühle, in welcher auch Polizisten stecken wenn es darum geht, wer ist Täter wer ist Opfer?

Er hatte die furchtbaren Dinge getan, für die sie ihn verachteten, und er musste für immer damit leben.

Die einzelnen Kapitel waren teilweise sehr kurz, nur durch Datum und Uhrzeit voneinander abgegrenzt und am Ende meist mit einem Cliffhanger versehen, so dass ich gar nicht anders konnte als weiterlesen.

Der Schreibstil von Matthias Gereon ist sehr lebendig. Viele Dialoge, keine Ausschweifungen und von Anfang an ein sehr hoher Spannungsbogen, welcher bis zum Schluss konstant oben bleibt.

Fazit


Auch wenn ich mich hier mit den Themen „Kindesmissbrauch“ und „Sicherheitsverwahrung“ auseinander setzen musste, bin ich nur so durch das Buch geflogen. Es ist eine Geschichte über die ich mit Sicherheit noch lange nachdenken werde.

5/5

Eckdaten


„Die Eisbärin“ von Matthias Gereon// Gemeiner Verlag // Februar 2016 // 409 Seiten // Taschenbuch // ISBN: 978-3-8392-1886-0// Preis: 12,99€

Über den Autor


Matthias Gereon, Jahrgang 1979, entschloss sich nach Abitur, Zivildienst und ein paar Jahren in Freiheit für ein Studium an der Fachhochschule für Öffentliche Verwaltung. Seit 2006 ist er als Polizeibeamter im Ruhrgebiet tätig. Bei dotbooks erschien Matthias Gereons »Die Eisbärin« bereits als E-Book. Der Autor ist auf Facebook unter: facebook.com/M.Gereon zu finden.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Gmeiner Verlag