Tags

, , , , , ,

der schnee, das feuer, die schuld und der tod

Klappentext


 

Als der junge Wiener Historiker Max Schreiber im Herbst 1950 in ein Tiroler Bergdorf kommt, um einem Geheimnis aus dem 19. Jahrhundert auf den Grund zu gehen, stößt er auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die nach ihren eigenen Regeln funktioniert. In seiner Einsamkeit verliert er sich in der Liebe zu einer jungen Frau, deren Sprache verschüttet ist. Mehr und mehr gerät er in einen Sog aus Misstrauen und Aberglauben, und als der Winter mit tödlichen Lawinen über das Dorf hereinbricht, spitzt sich die Situation für ihn dramatisch zu.

Meine Meinung


Der heute 80-jährige John Miller begibt sich auf Spurensuche. Sein Cousin Max Schreiber ist 1951 spurlos verschwunden. Schreiber wollte damals über eine Geschichte der Katharina Schwarzmann recherchieren, welche als Hexe beschimpft wurde und in ihrem eigenen Haus verbrannt ist. Das kleine Dorf ist jedoch nicht begeistert, dass Max Schreiber die Vergangenheit neu aufrollen wollte und bringt ihm deshalb nur Misstrauen und Feindseeligkeit entgegen. Die Gerüchteküche brodelt heftig und Schreiber zieht sich immer mehr zurück. Bis er eines Tages der stummen Maria begegnet, sich in sie verliebt und die ganze Situation noch mehr zu eskalieren drohte.

„Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ ist ein sprachgewaltiger Roman welcher vor den Kulissen eines malerischen Bergdorfes spielt. Die Winter sind kalt, karg und bringen so manch tödliche Lawinen ins rollen. Die damalige Zeit ist geprägt von Entbehrung und Aberglaube, das Misstrauen gegenüber Fremden groß. Der Autor schafft es mit seiner poetischen Sprache das Gefühl der Kälte, der Wärme und der Gewalten zu vermitteln. Man taucht ab in das Bergdorf und lauscht den alten Geschichten und beschäftigt sich noch lange nach Beenden des Buches mit dieser düsteren Geschichte. Sie hinterlässt ein bedrückendes Gefühl, fast schon wie eine Lawine.

An manchen Stellen ist die Story etwas langwierig und ausholend, jedoch sind dies nur kleine Stolperstellen in dieser wortreichen Erzählung.

Fazit


Das Buch ist unbedingt lesenswert. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Aufleben in der alten Zeit und ein bisschen anspruchsvoll. Es ist der Debütroman von Gerhard Jäger und den hat er mehr als gut auf Papier gebracht.

4/5

Eckdaten


„Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod“ von Gerhard Jäger // Blessing Verlag // September 2016 // 400 Seiten // Gebunden // ISBN: 978-3-89667-571-2// Preis: 22,99€

Über den Autor


Gerhard Jäger, geboren 1966 in Dornbirn, arbeitete als Behindertenbetreuer, Lehrer und Vertreter im Außendienst. Er absolvierte eine Journalistenausbildung und arbeitete als freier Journalist und als Redakteur. 1994 erhielt er ein Nachwuchsstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst, 1996 den Vorarlberger Literaturpreis für einen bisher unveröffentlichten Roman. Er lebt mit seiner Familie in Imst/Tirol.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Blessing Verlag