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das verborgene Mädchen

Klappentext


Maria wird in einem kleinen Dorf in Pakistan geboren und bermerkt früh, dass ihre Brüder mehr Rechte und Freiheiten haben als sie. Mit vier Jahren beschließt sie daher: Ab heute bin ich ein Junge! Ihre Eltern geben ihr den Namen Dschingis Khan. Endlich kann sich Maria frei bewegen, zur Schule gehen und Sport treiben. Als sie mit 15 Jahren ihre Liebe zum Squash entdeckt, fliegt ihre Tarnung auf. Todesdrohungen der Taliban sind die Folge. Doch sie trägt nicht umsonst den Namen des größten Kriegers aller Zeiten – sie gibt nicht auf!

Meine Meinung


Maria hat schon recht früh bemerkt, dass Jungs mehr Freiheiten und Rechte haben als sie selbst. Voller Neid schaut sie auf die Straße und beobachtet die Jungen beim Fussballspiel. Maria will auch raus, sich bewegen oder einfach nur dasitzen, Shorts und T-Shirt überstreifen und den Tag genießen. Daher beschließt sie mit 4 Jahren, alle ihre Kleider zu verbrennen, das Haar sich zu schneiden und künftig als Junge durch die Welt zu gehen. Ihr großes Glück ist, dass ihre Eltern sehr liberal eingestellt sind und ihre Entscheidung respektieren und unterstützen. Da ihre Familie mehrmals umziehen musste, fällt die Tarnung nicht auf. Maria alias Dschingis Khan kämpft sich durch die Straßen und gewinnt jeden Kampf gegen die Jungen und gewinnt so ihren Respekt.

Irgendwann entdeckt Maria ihre Liebe zum Squash und muss bei der Anmeldung ihre Geburtsurkunde vorlegen. Dies ist das Ende von Dschingis Khan. Als einziges Mädchen muss sie sich auch hier ihren Platz unter den Jungen erkämpfen. Doch sie schafft es und mit der Zeit gehört sie zu den besten Spielern im Land. Nach einem Zeitungsbericht haben sie die Taliban im Visier und senden Morddrohungen an ihre Familie. Aber Maria kämpft sich mit Hilfe ihrer Familie durch und gehört heute zu den Besten 50 der Welt.

Dort, wo ich aufwuchs, war es anerkannte Sitte, dass paschtunische Frauen zu Hause bleiben und sich nur hinauswagten, wenn sie von Kopf bis Fuß in ein Kleidungsstück namens Abaya oder Burka oder in riesige Tücher – Tschadors – gehüllt waren und ein männliches Familienmitglied – ein kleiner Junge reichte – sie begleitete und über sie wachte.

Mit „Das verborgene Mädchen“ ist Maria Toorpakai eine mutmachende Biographie gelungen. Dieses Buch soll allen Frauen Mut und Hoffnung geben, welche für ihr Leben und ihre Unabhängigkeit kämpfen müssen. Niemals aufgeben, dass ist die Botschaft der Autorin.

Das Buch ist sehr flüssig zu lesen. Immer wieder fließen Gegebenheiten ein welche dem Leser klar machen, dass die Lage in diesem Land sehr prektär ist. Auch die privaten Bilder geben einen kleinen Einblick in Marias Leben und Familie. Meine Bewunderung gilt auch den Eltern von Maria, welche mit ihrem Freigeist ein selbstbestimmtes Leben ihrer Kinder erst ermöglicht haben.

Fazit


Wer gerne über Schicksale von Menschen in anderen Kulturen liest, sollte zu diesem Buch greifen. Es erzählt von einem Lebenstraum und dem Kampf, diesen zu erreichen. „Das verborgene Mädchen“ ist nicht das Schicksal einer Frau, welches emotional berrührt wie viele andere Lebensgeschichten. Es übermittelt Stärke, Mut und Hoffnung!

5/5

Eckdaten


„Das verborgene Mädchen“  // Heyne Verlag // Mai 2016// 432 Seiten // Taschenbuch // ISBN: 978-3-453-20101-9 // Preis: 16,99 €

Über die Autorin


Maria Toorpakai Wazir wurde 1990 in Südwaziristan, Pakistan, geboren. Sie wuchs unter dem Namen Dschingis Khan als Junge auf und gelangte in ihrer Heimat zu sportlichem Ruhm: So wurde sie mit 12 Jahren pakistanischer Jugendmeister im Gewicht heben – bei den Jungen – und mit 16 Jahren Pakistans Jugendmeisterin im Squash. Heute lebt Maria als erfolgreiche Squash-Spielerin in Kanada. Sie ist die Nummer 49 der Welt.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Heyne Verlag