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das siechenhaus

Klappentext


Tausend Schritte vor der Stadt: Hier im Freiburger Siechenhaus wohnen die Aussätzigen – sie gelten als lebende Tote. Gerade ist der Bäcker Kannegießer symbolisch zu Grabe getragen worden. Der wähnt sich gesund und bittet Begine Serafina um Hilfe. Serafina will den Wundarzt Achaz hinzuziehen, doch in der Nacht wird Achaz niedergeschlagen und scheint fortan nicht mehr recht bei Verstand. Dabei drängt die Zeit: Selbst wenn Kannegießer gesund ist, unter den anderen Kranken wird er es bald nicht mehr sein. Also fängt Serafina an zu forschen.
Gelingt es ihr, die Wahrheit rechtzeitig ans Licht zu bringen ?

Meine Meinung


Die eigensinnige und kluge Begine Serafina ist sich sicher, dass sich der Bäcker Kannegießer zu Unrecht im Siechenhaus befindet. Wurde doch bei ihm der Aussatz festgestellt – ein Todesurteil für alle Aussätzigen, welche vor den Toren der Stadt im Sichenhaus untergebracht sind. Auch der Bäcker selbst ist sich sicher, dass er nur unter dem Mehlstaub zu leiden hat. Serafina fängt an zu forschen und wird misstrauisch, als die zweite Siechenschau abgelehnt wird. Als dann auch noch der Wundarzt Achaz niedergeschlagen wird und ein Mordfall passiert, gibt es für Serafina keine Zweifel mehr. Hier stimmt eindeutig etwas nicht. Und sie muss sich beeilen, wenn sie den Bäcker noch retten will, bevor dieser sich noch tatsächlich mit Lepra ansteckt.

Ich habe die zwei vorangeganen Titel „Das Aschenkreuz“ und „Hostienfrevel“ mit der Begine Serafine leider nicht gelesen. Dennoch kann man hier sehr gut einsteigen und kommt auch sofort mit, da alle Kriminalfälle in sich abgeschlossen sind.

Da saßen sie, nach Frauen und Männern getrennt, in ihrer schlichten Hauskleidung am langgestreckten, klobigen Holztisch und starrten sie erwartungsvoll an: bleich, mit fleckiger Haut und entzündeten oder hervorstehenden Augen.

Serafina mit ihrer eigensinnigen und teilweise schon aufmüpfigen Art ist mir gleich ans Herz gewachsen. Sie gehört zwar der Schwesternsammlung von Sankt Christoffel an, wo Gehorsam und Disziplin an der Tagesordnung sind, trotzdem kann sie sich aber nicht bedingungslos unterordnen. Und dann sind dort auch noch jede Menge Gefühle, welche sie dem Wundarzt Achaz entgegenbringt und zum Zweifeln an der Mitgliedschaft in der Schwesternsammlung bringt. Und all dies macht Serafina unheimlich sympathisch.

Der Schreibstil von Astrid Fritz ist gigantisch. Er ist durchweg flüssig und lebendig, so dass man regelrecht durch das Buch fliegt. Historische Schauplätze werden detailliert, aber nicht ausschweifend beschrieben und ich konnte mich sehr gut ins Mittelalter hineinversetzen. Die Spannung steigt langsam an und erreicht dann erst etwas später ihren Höhenpunkt. Dann geht es aber Schlag auf Schlag und ich konnte „Das Siechenhaus“ nicht mehr aus der Hand legen.

Fazit


Ein sehr lesenswerter historischer Kriminalfall. Schnell gelesen, auch nicht so dick wie manch anderer, so dass auch Erstleser im historischen Genre sich mit diesem vertraut machen können. Serafina ist mir so sympathisch, dass ich auch die ersten zwei Titel unbedingt lesen möchten. Ich hoffe doch auch sehr, dass Astrid Fritz uns mit einem vierten Teil auf dem Laufenden hält.

4/5

Eckdaten


„Das Siechenhaus“ von Astrid Fritz// Rowohlt Verlag // Februar 2016 // 304 Seiten // Taschenbuch // ISBN: 978-3-499-26945-5 // Preis: 9,99€

Über die Autorin


Astrid Fritz studierte Germanistik und Romanistik in München, Avignon und Freiburg. Als Fachredakteurin arbeitete sie anschließend in Darmstadt und Freiburg und verbrachte mit ihrer Familie drei Jahre in Santiago de Chile. Heute lebt Astrid Fritz in der Nähe von Stuttgart.

Eure Sarah von Bloggerhochzwei

Bildrechte: Rowohlt Verlag